Medienrechtliche Situation für Product Placement:

Product Placement erreicht durch die jetzige Rechtsprechung eine ganz neue Dimension: Mit der Legalisierung von Product Placement im Kino, Fernsehen und im Online-Bereich ergibt sich eine Planungs- und Vertragssicherheit für Product Placement. 


1. Kinospielfilme 

In Kinofilmen ist bereits nach einem BGH-Urteil aus dem Jahr 1995, im Zusammenhang mit Willy Bogners Kinofilm „Fire, Ice and Dynamit“, Product Placement ohne Einschränkung und gegen Bezahlung bei entsprechender Kennzeichnung zulässig. 1997 entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin, dass diese Kinospielfilme dann von Fernsehsendern in der Kinofassung ausgestrahlt werden dürfen. 


2. Fernsehen 

Mit Inkraftreten des 13. Rundfunkstaatsvertrags zum 1. April 2010 ist die bereits im November 2007 beschlossene EU-Richtlinie für Product Placement auch in deutsches Recht umgesetzt. Damit ist Product Placement nicht nur in Kinofilmen, sondern auch in TV-Movies, Fernsehserien und Sendungen der leichten Unterhaltung völlig legal. Ausgenommen sind hier allerdings Kindersendungen, Nachrichten und Magazinsendungen. 

Die Legalisierung für Product Placement in den vorab genannten Fernsehformaten gilt insbesondere für die privaten Sender und deren fiktionales TV-Programm. Die öffentlich-rechtlichen Sender akzeptieren kein bezahltes Product Placement, sondern nur die Form der Beistellung, d.h. die unbezahlte Anlieferung von Requisiten. 

Bei dem legalisierten Product Placement im Fernsehen muss darüber hinaus folgendes gewährleistet sein:

keine Beeinflussung der redaktionellen Unabhängigkeit und Verantwortung

  • kein unmittelbarer Aufruf zum Kauf
  • keine zu starke Herausstellung des Produkts
  • Kennzeichnung zu Sendungsbeginn, -ende und vor und nach jeder Werbeunterbrechung


3. Online-Bereich 

Product Placement im Online-Bereich unterliegt formal denselben Regelungen.

 

 

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